Der Ausgangspunkt war ein Redaktionsplan für Instagram — aufgebaut in einer Tabelle, kategorisiert nach Themen, Feiertagen und Kampagnenwochen. Gut strukturiert, aber noch kein Prozess. Zwischen dem Datum in der Tabelle und dem fertigen Post in Canva lagen immer noch zu viele manuelle Zwischenschritte.
Die Frage, die ich mir gestellt habe: Lässt sich das so aufbauen, dass der Plan selbst die Produktion anstößt — und Claude die Verbindung zwischen Daten, Strategie und Design übernimmt?
Aufbau der Pipeline
Die Content-Pipeline besteht aus fünf Stufen. Jede hat eine klare Eingangs- und Ausgangsgröße. Der Übergang zwischen den Stufen läuft entweder automatisch oder mit einem definierten menschlichen Eingriff — keine offenen Fragen, keine Graubereiche.
Input
Das Google Sheet ist die Single Source of Truth. Es enthält Datum, Kategorie, Thema, Zielgruppe und Status jedes Posts. Änderungen am Plan sind sofort für alle nachgelagerten Stufen sichtbar — kein manueller Export, keine Synchronisation.
Analyse
Claude liest Kategorie und Thema aus dem Sheet und verarbeitet sie im Kontext der Gesamtstrategie. Eine Woche vor einem Feiertag bedeutet etwas anderes als eine reguläre Themenwoche. Auf dieser Basis entstehen zwei bis drei Varianten — unterschiedlich in Ton, Format oder Zielgruppenansprache.
Planung
Notion übernimmt die Steuerung des Produktionsstatus. Das Kanban-Board zeigt, wo jeder Post gerade steht: Entwurf, Review, Freigabe, Scheduled. Varianten sind als verknüpfte Relations gespeichert. Routine-Posts — Öffnungszeiten, wiederkehrende Ankündigungen — laufen direkt über Templates ohne Reviewbedarf.
Produktion
Claude übergibt Copy und Kategorie an Canva. Das Template-Matching erfolgt nach Inhaltstyp. Designs entstehen nicht mehr separat vom Planungsprozess, sondern direkt aus ihm heraus. Mit Abschluss der Produktion wechselt der Status automatisch auf "Pending Review".
Review und Output
Der einzige manuelle Moment in der Pipeline: die Auswahl einer Variante. Die gewählte Version wechselt auf "Aktiv", die restlichen werden archiviert. Das Google Sheet wird automatisch aktualisiert, Stakeholder werden benachrichtigt.
Warum dieser Aufbau
Der entscheidende Unterschied zum klassischen Redaktionsplan: Der Plan selbst ist nicht das Endprodukt — er ist der Trigger. Das Varianten-System hat dabei einen praktischen Grund: Nicht jeder Post verdient drei Alternativen. Nur dort, wo die Entscheidung tatsächlich relevant ist, entstehen Varianten. Das hält das Board übersichtlich und den Review-Aufwand gering.
Der "Human in loop"-Moment ist kein Systemfehler, sondern bewusste Entscheidung. Automatisierung soll Entscheidungen vorbereiten, nicht ersetzen. Wer wählt, trägt Verantwortung — und das bleibt beim Menschen.
Was sich bewährt hat
Google Sheet als Single Source of Truth funktioniert, weil Änderungen am Plan sofort sichtbar sind. Die Kombination aus Kanban-Board und Timeline-Ansicht in Notion deckt zwei verschiedene Arbeitsmodi ab: Das Board zeigt den aktuellen Produktionsstatus. Die Timeline zeigt, was wann live geht. Beide Ansichten greifen auf dieselbe Datenbasis zurück.
Canva als Produktionswerkzeug einzubinden war der technisch komplexeste Schritt und der mit dem größten Effekt. Der gesamte Weg vom Thema im Sheet zum fertigen Design läuft ohne Medienbruch.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde
Die Template-Logik zu Beginn grober halten und erst nach vier bis sechs Wochen verfeinern. Zu viele vordefinierte Templates bremsen das System, bevor man weiß, welche Inhaltstypen tatsächlich wiederkehren.
Außerdem: Status-Übergänge früher dokumentieren. Wann wechselt ein Post von "Entwurf" auf "Review"? Wenn das nicht klar definiert ist, entstehen Lücken — und die füllen sich mit manuellem Aufwand.